Notfallseelsorge im Ehrenamt

Das Gemeinsame Pastoralkolleg bietet in Zusammenarbeit mit dem Landespfarramt für Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche im Rheinland eine umfassende Fortbildung in „Notfallseelsorge im Ehrenamt“ an, die von den Koordinatorinnen und Koordinatoren in den Kirchenkreisen durch Hospitationen und regionale Felderfahrung ergänzt wird.

Die den bundesweiten Standards der Notfallseelsorge entsprechende Grundausbildung ist in vier Kursblöcke zu je drei Tagen unterteilt und kann nur als Gesamtlehrgang belegt werden. Weil der Austausch auch außerhalb der Arbeitseinheiten von großem Wert ist, kann der Kurs grundsätzlich nur mit Übernachtung gebucht werden.

Der Kurs ist als Grund- und Einstiegskurs in die Arbeit der Seelsorge in extremen Situationen konzipiert und soll Kompetenzen für die angemessene Haltung und Gesprächsführung in notfallseelsorgerlichen Einsätzen vermitteln. Vorgestellt werden Ziele und das Arbeitsfeld der Notfallseelsorge, zudem die Themenfelder der „individuellen Katastrophen“ wie erfolglose Reanimation, Plötzlicher Säuglingstod, Verkehrsunfall und Suizid. Auch das Überbringen von Todesnachrichten und die Verabschiedung mit Aussegnung bei plötzlichem Tod als Angebot, den Tod zu „begreifen“, werden als häufige Einsätze im Rahmen der Notfallseelsorge behandelt. Bei diesen Einsatzindikationen werden Mitarbeitende der NFS in der Begegnung mit Betroffenen, Angehörigen und Hinterbliebenen mit Stressreaktionen, massiver Trauer, Bedürfnissen nach Strukturierung und dem Wunsch nach Trost konfrontiert. Leitlinien für diese Arbeit, situationsangemessene Rituale und mögliche Hilfen für die eigene Not werden im Kurs entwickelt und eingeübt. Zudem werden die Theologie der Notfallseelsorge thematisiert, eigene Motivation und Vorerfahrungen reflektiert und Einsatzsituationen trainiert.

Der Kurs richtet sich an Interessierte aus den Kirchenkreisen, die eine Ausbildung für die Notfallseelsorge im Ehrenamt absolvieren möchten und für die eine Befürwortung durch den oder die Koordinator/in für Notfallseelsorge vorliegt.

Vier aufeinander aufbauende Teile innerhalb eines Jahres. Der Kurs kann nur als Ganzes belegt werden. Ein Zertifikat wird bei einer Teilnahme an allen Teilen innerhalb eines Ausbildungskurses ausgestellt.

Termine:
Teil 1:
16.03.-18.03.2023 CJD Bonn (Do., 10h – Sa., 18h)
Teil 2:
27.04.-29.04.2023 CJD Bonn (Do., 10h – Sa., 18h)
Teil 3:
25.05.-27.05.2023 CJD Bonn (Do., 10h – Sa., 18h)
Teil 4:
15.06.-17.06.2023 CJD Bonn (Do., 10h – Sa., 19h)

Ort:
CJD Tagungs- und Gästehaus, Bonn

Kosten (pro Teil!):
195,60 Euro für Mitglieder der Trägerkirchen des gemeinsamen Pastoralkollegs (EKiR, EKvW, Lippische LK, Ev.-reform. Kirche)
396,53 Euro für Mitlglieder anderer Kirchen

Voraussetzung zur Ausbildung als Notfallseelsorgerin und Notfallseelsorger im Ehrenamt

  • Mitgliedschaft in einer der Kirchen der ACK (Arbeitsgemeinschaft christlicher
    Kirchen)
  • Alter: In der Regel mindestens 26 Jahre
  • Psychische und physische Stabilität und Belastbarkeit
  • Persönliche Reife
  • Fähigkeit zur Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Eigenverantwortlichkeit und Teamfähigkeit
  • Anerkennung und Wahrung der Schweigepflicht
  • Ökumenische Offenheit und Achtung anderer Religionen, Weltanschauungen und Kulturen
  • Bereitschaft, religiöse Rituale in die Arbeit einzubeziehen
  • Bereitschaft, sich in der Kooperation mit Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei und innerhalb des Notfallseelsorge-Teams ein- und gegebenenfalls
    auch unterzuordnen
  • Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit im örtlichen Notfallseelsorgesystem

Bei Interesse wenden Sie sich an die/den Notfallseelsorgekoordinator/in an Ihrem Ort.
Bei Bedarf übermitteln wir Ihnen die entsprechenden Kontaktdaten. Bitte schreiben Sie uns in diesem Fall eine kurze Mail: notfallseelsorge@ekir.de

Übersicht aller Fortbildungen